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Vogelgesundheit

Ein Vogel sollte auf keinen Fall in einer kleinen Pappschachtel zum Tierarzt gebracht werden. Die ungewohnte und nicht direkt ideale Umgebung verschreckt das Tier sehr. Am Besten wird der Vogel samt Vogelkäfig, den man mit einem Tuch abgedeckt, zum Tierarzt gebracht. Der Käfig sollte auf keinen Fall vor dem Tierarztbesuch gereinigt werden, da eventuell Rückschlüße durch Kot oder Haltungsbedingungen auf bestimmte Krankheiten gemacht werden können.
Vogelmilbe

Es gibt zwei Arten von Vogelmilben. Die rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) und die nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum). Der einzige Unterschied zwischen diesen Milbenarten ist, daß die nordische Vogelmilbe, im Gegensatz zur roten Vogelmilbe, auch tagsüber Vögel befällt.
Woran stellt man fest, ob Milben vorhanden sind?
Man deckt ein weißes Tuch über Nacht über den Käfig. Wenn Befall vorhanden ist sieht man am nächsten morgen dukle Punkte auf dem Tuch.
Man sucht dann sofort einen Tierarzt auf, der ein entsprechendes Vogelmilbenmittel bereithält. Es gibt heute eine ganze Reihe Mittel, um die Plagegeister loszuwerden. Mit Puder, Sprays, Zerstäuber oder Insektenstrips kann man heute die Vogelmilben erfolgreich in kurzer Zeit abtöten. In den einschlägigen Geschäften sind diese Mittel mit Gebrauchsanweisung zu haben.

Aspergillose

Aspergillose ist eine Pilzinfektion, die meistens durch die Aspergillus-Gattungen (Asp. fumigatus, Asp. flavus u. Asp. niger, Mucor sp. und Penicillium sp.) verursacht werden. Besonders bei tropischen Vögeln (Graupapageien und Amazonen) ist die Aspergillose in unseren Breiten eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen.
Die Pilzsporen gelangen auf dem Atemweg in die Atmungsorgane (obere Luftwege, Lunge, Luftsäcke) des Vogels und vermehren sich im dortigen Gewebe. Je nach Fall kommt es zu Verwachsungen und Verdickungen (Pilzrasen), zur Bildung käsiger Knötchen (Pilzgranulome) oder ganz einfach zu einer Verdichtung des Lungengewebes.
Oft fällt das Tier durch Teilnahmslosigkeit, Schwäche und Abmagerung, sowie glanzloses und gesträubtes Gefieder auf.
Atemprobleme treten oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Hierbei ist eine Erhöhung der Atemfrequenz und der Atemtiefe, das Auftreten von Atemgeräuschen oder Niesen zu beobachten. Oft sieht man eine Atmung bei geöffnetem Schnabel und gestrecktem Kopf, Backenblasen und atemsynchrones Schwanzwippen. Im Bereich der Nasenlöcher können Pilzgranulome die Öffnungen verstopfen und das umliegende Schnabelgewebe zerstören.
Wichtigstes Diagnosemittel des Tierarztes ist die Röntgenuntersuchung.
Die Ursachen für das häufige Auftreten der Aspergillose bei Ziervögeln sind sowohl in den Haltungsbedingungen als auch in der Fütterung und Betreuung der Tiere zu suchen. Die Frage der Luftfeuchtigkeit stellt dabei eines der Schlüsselprobleme dar. Während die Vögel in ihrer Heimat oft bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent leben, liegt diese in unseren Wohnungen nicht selten bei nur 30 bis 40 Prozent. Die Schleimhäute der Atemwege trocknen deshalb aus und werden brüchig und somit empfänglich für eine Pilzbesiedelung.
Die Behandlung der Aspergillose ist sehr langwierig und schwierig. Sie besteht je nach Schweregrad und Ausmaß der Aspergillose in der Verabreichung pilzbekämpfender Medikamente (Antibiotika) durch orale Eingabe (in den Schnabel oder per Futtersonde in den Kropf), per Inhalation oder in akuten Fällen auch durch intravenöse Injektion. Eine Heilung im Sinne der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes ist stark vom Ausmaß der Veränderungen abhängig.

Psittacose oder Ornithose

Beides sind unterschiedliche Namen für die gleiche Krankheit. Psittakose betrifft Papageienvögel und Sittiche, Ornithose alle anderen Vögel. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit als Chlamydium Psittaci bekannten Bakterien. Daß diese Bakterien auch Menschen befallen ist der Grund warum Psittakose bzw. Ornithose gemeldet werden müssen.
Diese Krankheiten sind auch für den Menschen nicht ungefährlich. Wird die Infektion nicht behandelt, so können bis zu 1 Prozent aller Betroffenen daran sterben.
Wie überträgt sich die Psittakose?
Ein infizierter Vogel scheidet über Kot, Federstaub, Speichel den Erreger aus. Der Mensch muss sich jedoch nicht dadurch gleich infizieren. Die Gefahr selber eine Infektion zu bekommen ist also relativ klein.
Wie erkennt man daß sich ein Vogel mit Psittakose infiziert hat?
Der Vogel zieht sich oft zurück und wirkt müde. Das Gefieder ist ruppig und glanzlos. Der Kot verändert sich, kann zu grünem Durchfall werden und zu riechen anfangen. Der Vogel bekommt Schnupfen, die Augen beginnen zu tränen. Allerdings kann man erst mit einer Laboruntersuchung Klarheit schaffen ob diese Krankheit vorliegt.
Behandelt wird mit Antibiotika, auch werden alle vorhandenen Vögel gleich mitbehandelt. Die Behandlungserfolge sind sehr gut, im Gegensatz zur früheren Ansicht müssen die Vögel nicht mehr eingeschläfert werden.

Nierenentzündung

Nierenentzündungen werden bei Papageien, Wellensittichen und Kanarienvögeln häufig zu spät erkannt. Der Grund hierfür ist, dass die Anzeichen einer Nierenentzündung dem Laien nicht sofort eindeutige Hinweise auf eine Erkrankungen dieser Organe geben.
Gerade bei der lebensbedrohlichen, akuten Nierenentzündung sitzen Vögel nur etwas matt und aufgeplustert herum. Mit dem meist sehr rasch eintretenden Durchfall; erkennbar an wässrigem oder schleimigem, ungeformtem Kot verschlechtert sich der Allgemeinzustand sehr schnell. Wenn die erkrankten Vögel nicht rechtzeitig in die Praxis gebracht werden, können sie innerhalb von wenigen Tagen sterben.

Lungenentzündung

Die ist eine sehr ernste Krankheit, die bei Nichtbehandlung zum Tod führen kann. Eine Lungenentzündung entwickelt sich meistens aus Veränderungen der Lunge, die durch Infektionskrankheiten, Parasiten und das Einatmen giftiger Gase oder Lösungsmittel entstehen kann. Die auffälligsten Symptome sind Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwanzwippen und Öffnen des Schnabels. Meistens sind die Vögel apathisch und sitzen aufgeplustert auf der Stange.
Bei einer Lungenentzündung ist unbedingt eine Behandlung durch den Tierarzt notwendig.
Unterstützen kann man die Therapie mit einer milden Rotlichtbestrahlung (keine extreme Temperatur). Allerdings sollte man hier darauf achten, dass man nur einen Teil des Käfigs bestrahlt und somit der Vogel die Möglichkeit hat, der Wärme auszuweichen, wenn es ihm zu heiß wird. Da der Vogelkörper keine Schweißdrüsen besitzt, gibt er ein Zuviel an Wärme durch eine schnellere Atmung ab und das würde zu sehr seinen Kreislauf belasten.
Ein gut gelüftetes Zimmer (NIEMALS Durchzug), eine vitaminreiche Ernährung (Vitamin A und C, z.B. in Vogelmiere, grüner Salat u. Möhren, auch Magerquark u. gekochtes Ei) und zusätzliche Dampfbäder mit Kamille können ebenfalls helfen. Der Vogelkäfig sollte an einem ruhigen Ort stehen und Temperaturunterschiede sind unbedingt zu vermeiden.