Die Haustierseite

Vögel als Haustiere

Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Vogelarten von Menschenhand zum reinen Haustier gezüchtet. Unterschiedlichste Motive führten dabei zur Entwicklung der einzelnen domestizierten Vogelarten. Eine lange Geschichte, die bereits auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurückzuführen ist, kann unter anderem der Kanarienvogel aufweisen. Gründe hierfür waren neben seinem Gesang und seiner körperlichen Grazie spätere Zuchterfolge, die ihn heute in verschiedenen Farben und Posituren erscheinen lassen.
Geflügeltiere wurden aus Gründen der menschlichen Lebensmittelproduktion zu Haustieren umfunktioniert. Dieser Tatsache verdanken wir heute zahlreiche Hühnervögel, Gänse, Enten und Puten.
Transport von Vögel

Müssen Vögel transportieren werden, sind Regeln zu beachten, damit nicht die Gefahr von Panik, Verletzung oder gar Flucht Ihres Lieblings entsteht.
Es ist eine relativ enge, fest verschlossene Kiste zu verwenden, in der der Vogel seine Flügel nicht spreizen kann. So kann sich der Vogel die empfindlichen Flügelknochen nicht verletzen.
Die Transportkiste sollte dunkel sein, damit sich der Vogel in der Dunkelheit beruhigt. Es müssen die Luftschlitze damit das tier Luft bekommt. Auch bei Paaren sollte jedes Tier einzeln verpackt sein, damit sich die Vögel nicht gegenseitig verletzen.
Ein normaler Käfig ist zum Transport nicht geeignet, da er zu leicht aufgeht und das Tier sich schnell verletzen kann. Gitterstäbe und Sitzstangen werden zu gefährlichen Hindernissen, wenn der Vogel panisch umherflattert oder beim Autofahren herumgeschleudert wird. Eine enge Box ist deutlich sicherer. Man bekommt diese in jedem Tiergeschäft.

Vögel beruhigen

Bei manchen Gelegenheiten scheien Vögel laut und es hilt auch nicht den Vogel anzuschreien - was man sowieso nicht tun sollte-.
Am effektivsten ist es den Käfig abzudunkeln. Je nach Grösse eine Decke oder ein Bettlaken so über den Käfig hängen, dass kein Licht mehr hinein fällt.
Dies ist aber nur für kurze Phasen oder nachts geeignet, denn es ist nicht tiergerecht die Vögel den ganzen Tag im Dunkel zu halten.
Es muss aber noch ausreichend Luft in den Käfig gelangen können. Ausserdem sollte man darauf achten, dass kein Plastik oder Stoffe mit Giftstoffen zum Abdecken des Käfigs zu verwenden. Manche Vögel nagen den Stoff an.

Spielzeug für Vögel bauen

Viele Vögel langweilen sich im Käfig. Das kann zu ständigem Kreischen oder Federnrupfen führen. Man kann aber mit Spielzeug und Zweigen Abhilfe schaffen. Diese Spielzeuge sollten für die Vögel aber nicht gefährlich sein und häufig gewechselt werden.
Im Zoohandel gibt es verschiedene Schaukeln und Klettergerüste, einfache Spielzeuge lassen sich aber problemlos selber bauen.
Die Äste von ungespritzten Obstbäumen, Weiden, Haselsträuchern, hier darauf achten, dass die Pflanze nicht an einer viel befahrenen Strasse - wegen der Schadstoffe- wächst, auf 20 bis 30 cm Länge sägen, und dicke Äste mit ein Holzbohrer mit einem Loch in der Mitte versehen.
Ein Stück Seil aus Naturfasern nehmen - Sisal, Jute, Baumwolle- und einen dicken Knoten ans untere Ende machen oder alternativ das Seil um einen Ast knoten.
An dieses Seil nun die Spielzeuge an- oder einfädeln; ein Aststück, dann eine leere Küchen- oder Toilettenpapierrolle dann wieder ein Aststück und am Ende ein Pappstück.
Diese Konstruktion wird dann an der Decke des Käfigs befestigt. Hier ist es besonders zu empfehlen wenn das Spielzeug sich dreht oder schaukelt, denn das mögen die Vögel besonders gerne.
Da die Pappe schnell zernagt wird, sollte sie von Zeit zu Zeit ersetzt werden.
Das Spielzeuge kann auch noch mit anderen Sachen ergänzt werden, ringförmigen Gritstein, Knabberringen und Stangen oder Hirserispen.

.
Gift für Vögel

Viele Haustiere sind neugierig und fressen auch gesundheitsschädliche und giftige Dinge. Dies sind vor allem Pflanzen, die Gift enthalten. Die Datenbank der Uni Zürich bietet hier einen Infoservice an.

Artgerechte Haltung

Vor allem sollten Ihre Tier artgerecht gehalten werden. -Jeder Vogel sollte mindestens einen Partner haben und genug Platz im Käfig.
-Für ausreichend Freiflug sorgen, wenn keine ausreichend große Voliere vorhanden ist.
-Viel zum Knabbern anbieten. Zweige, Spielzeug- unbedruckte Kartons wegen der giftigen Druckfarbe, Büschel unreifes Getreide, noch nicht ganz reife Maiskolben, getrocknete Sonnenblumen, Heu oder Stroh, Knabberstangen aus den Zoohandel.
-Badehäuschen oder eine Badeschüssel. Die Badenäpfe täglich mit frischem Wasser füllen und an einen sonnigen Platz hängen.

Das richtige Gitter

Die Gitter des Käfigs dürfen nicht zu weit auseinander sein, da sonst die Vögel sich durchzwängen und entkommen können. Der Vogel wirkt durch die Federn grösser als er ist.
Wenn die Gitterstäbe zu dünn sind kann der Vogel Sie eventuell auseinander biegen und seinen Kopf hindurch zwängen und es besteht die Gefahr dass er sich erhängt.

Der Freiflug

Damit beim Freiflug die Wohnung nicht zu stark verschmutzt wird kann man einiges vorbereiten.
-Den Vögeln einen festen Sitzplatz schaffen, Vogelbaum.
-Unter den Lieblingsplatz der Tiere Zeitungen ausbreiten.
-Lieblingsschränke und ähnliches mit einem ausgedienten Betttuch schützen.
-Unerwünschte Sitzplätze, welche die Vögel nicht aufsuchen sollen unattraktiv gestalten; zum Beispiel eine leicht zusammengeknüllte Zeitungsseite darauflegen. Die knistert, wenn das Tier darauf landen will und gibt nach, was Vögeln nicht gefällt.
-Sonst ist Freiflug für jeden Vogel etwas schönes und gesundes. Daher sollte man dies den Tieren sooft wie möglich gönnen.

Gefahren in der Wohnung

-Fenster ohne Vorhang, denn Vögel können das Glas besonders im Sonnenlicht.
schlecht erkennen und fliegen dann dagegen. Das kann tödliche Folgen haben.
- Offene Fenster, durch die das Tier flüchten kann.
- Stromkabel und Steckdosen, die sich anknabbern lassen.
- Giftige Zimmerpflanzen erkennen Sie hier. -Weitere Gefahrenquellen sind heiße Lampen, kochendes Wasser, heisse Herdplatten, offene und tiefe Wassergefässe, Haushaltschemikalien, Putzmittel, alles worin sich ein Vogel einklemmen kann, schmale Spalten hinter der Heizung und hinter dem Schrank, andere Haustiere wie Hund oder Katze, kleine Kinder, Bleiband in Gardinen, Tüllgardinen in denen sich der Vogel verheddern kann.
Den Vogel niemals unbeaufsichtigt lassen.

Gesundheit des Vogels

Im Käfig gehaltene Papageien, Wellensittiche und Agaporniden brauchen unbedingt Grit oder kleine Steinchen. Diese Muschelstücke und kleinen Steine fressen die Vögel mit, damit das Futter im Magen besser zerkleinert werden kann. Grit ist in vielen fertigen Vogelsandmischungen bereits enthalten. Es gibt ihn auch seperat im Zoohandel. Den losen Grit einfach auf dem Boden verteilen oder in einem kleinen Futternapf anbieten.
Den Vogelkäfig hoch genug stellen, denn viele Vögel mögen es nicht, wenn sich etwas über ihrem Käfig bewegt und werden dann panisch. Besser ist es wenn das Tier in Augenhöhe ist. So bleiben die Vögel ruhiger.
Man sollte den Vögeln unbedingt Obst anbieten, damit sie ausreichend Vitamine erhalten. Einfach das Obst oder Gemüse mit Körnerfutter bestreuen. So gewöhnen sich die Tiere schneller daran. Die Vögel picken die Körner ab und erwischen dabei zwangsläufig etwas von dem Obst. Wenn die Vögel sich erst an das Obst gewöhnt haben, fressen sie es später auch ohne Körnerhülle gerne.

Vögel handzahm machen

Grundsätzlich hektische Bewegungen in der Gegenwart des Tieres vermeiden. Beruhigend auf das Tier einsprechen.
Die Käfigtür öffnen und die Hand langsam mit dem Handrücken nach oben hineinschieben wobei man sich dem Tier von vorne nähern soll.
Wenn das Tier zurückweicht die Hand herausnehmen, warten bis es sich beruhigt hat und das Ganze so lange wiederholen bis das Tier still sitzen bleibt. Dies kann Tage dauern.
Dann die Handkante sanft gegen den Bauch des Tieres drücken. Nach einiger Zeit steigt der Vogel mit den Füssen auf die Finger. Nun die Hand ganz ruhig halten. Diese Übung so lange wiederholen bis der Vogel jegliche Scheu verliert. Bei Wellensittichen können Sie nun sein Köpfchen kraulen, denn das mögen sie sehr gerne.