Die Haustierseite

Ratten Pflege

Aufzucht, Gesunderhaltung und Vermehrung von Ratten

Die artgerechte Ratten Behausung sollte so gross wie möglich sein, da die Ratten sich viel bewegen. Wenn das Gehege nicht gross genug ist, sollten die Tiere mehrere Stunden täglich Auslauf angeboten bekommen. Für ein Rudel von 4 Tieren sollte ein Gehege mit den Massen LBH, 80x80x150 cm angeschaft oder genaut werden. In der Höhe sollten durchgehende Zwischenböden eingebaut werden, dann fallen die Ratten auch nicht so tief.
Gehege

Die Ratten klettern gerne und müssen im Gehege auch laufen können. Rattengehege sollten immer mehrere Etagen haben, das ist das Wichtigste, nicht die Grösse, wobei sich die Tiere gerne in der obersten Etage aufhalten.
Die Gitterstäbe der Käfigwände sollten nicht weiter als 1 - 1,2 cm auseinander liegen, sonst können sich die Tiere durchquetschen.
Da Ratten auch nachts aktiv sein können sollte das Gehege nicht im Schlafzimmer stehen. Der Ort sollte zugfrei aber durchlüftet sein. Eine Umgebungstemperatur von 18 bis 22 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 70 Grad ist ideal. Eine Aussenhaltung ist nicht zu empfehlen, da Ratten Temperaturschwankungen nicht gut vertragen.

Die Einstreu

Als Einstreu eignet sich Hanfsteu, Maisstreu oder sehr feines Buchenholzgranulat und Leinstreu. Zum Nestbau sollten auch regelmäässig unparfümierte Taschen- und Küchentücher, unbedrucktes Papier oder Toilettenpapier im Gehege verteilt werden.
Kein Heu und Stroh verwenden, Parasitengefahr, ausserdem sind viele Ratten dagegen allergisch; und schon gar nicht Katzenstreu, da die Tiere das fressen, es im Magen verklumpt und sie daran sterben. Ausserdem ist das meiste Katzenstreu chemisch behandelt.

Pflege und Reinigung

Einmal wüöchentlich muss das gesamte Gehege gründlich gereingt werden. Dazu zuerst die Ratten entfernen und in einen Behelfskäfig setzen. Die Einstreu entfernen und mit warmen Seifenwasser, und evtl. Essigwasser bei stärkeren Verschmutzungen, reinigen. Auch alle Spielzeuge und Gitterstäbe nicht vergessen. Dannach wieder neu einstreuen und die Ratten einsetzen.

Zubehör

Eine Trinkflasche, besser ist eine standfeste und schwere Wasserschale, da diese den natürliche Trinkgewohnheiten der Tiere mehr entspricht, muss ständig im Käfig sein.
Feste und schwere Futternäpfe, die nicht umgestossen werden können und allen Tieren gleichzeit Platz zum fressen lässt.

Ernährung

Die Ernährung der Ratten muss gesund und ausgewogen sein. Zusatzfutter, das im Handel angeboten wird macht die Tiere meistens nur krank und dick da es zu viel Zucker enthällt. Gesundes Zusatzfutter sind Nüsse, Kerne, Trockenobst und evtl. hin und wieder ein Stück ungezuckertes Poppcorn.
Das Futter kann man auch teilweise im Gehege verstecken, damit die Tiere etwas Beschäftigung haben und sich nicht langweilen.
Trockenfutter sollte der wichtigste Bestandteil der Ernährung sein. Davon benötigt ein erwachsenes Tier ca 1 Esslöffel pro Tag. Empfehlenswert ist zum Beispiel das Tima Rattenfutter mit dem Namen Rattima. Es ist in Zusammenarbeit mit dem VdRD -Verein der Rattenliebhaber Deutschlands- entstanden und enthält alles, was Ratten benötigen. Trockenfutter sollte nicht länger als 4 Monate gelagert werden.
Getrocknete Kräuter sollten in dem Futter auch nicht fehlen.

Futterergänzungen

-200 g 5 Korn Getreideflocken oder zuckerfreies Vollkornmüslie -Haferflocken, Weizenflocken, Gersteflocken, Roggenflocken-.
-200 g 4 Korn Getreidemischung -Reformhaus- aus Hafer, Weizen, Gerste, Roggen und Hirse.
100 g gemischt zuckerfreie Corn Flackes, Maisflocken, Reisflocken oder Puffreis, Erbsenflocken und Möhrenchips.
-100 g gemischte Trockenkräuter, Löwenzahn, grüner Hafer, Sonnenblumenblüten.
-80 g gemischt: Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Walnussstücke, Johannisbrot.
-20 g Ölsamen, Fenchelsamen, Löwenzahnsamen, Sesam.

Frischfutter

Grünfutter sollte einmal am Tag in solchen Mengen verfüttert werden, dass es schnell verzehrt wird. Das Futter vorher gründlich waschen.
Gemüse das sich eignet ist Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais, Tomaten, die Blätter sind giftig, Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, rote Beete, Salat und Zucchini.
Obst das sich eignet ist Apfel, Bananen, Weintrauben ohne Kern, Orangen, Mandarinen, Birnen, Kiwi, Melonen, Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren.
Kohlarten wegen der Blähungen, Kartoffeln, Papaya, Avocado sollten nicht verfüttert werden. Um Streit zu vermeiden sollten 2 bis 3 Futternäpfe benutzt werden.

Sonstiges Futter

Verschiedene Kräuter, Blätter und Blüten können auch frisch oder getrocknet verfüttert werden. Diese sollten aber unbelastet und nicht vom Strassenrand sein. Hier wäre zu nennen Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Johannisbeerblätter, Kamille, Kornblumenblüten, Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut und Vogelmiere.
Unverträglich sind Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Klee, die meisten Kohlarten, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse, Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln.
Giftig sind Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüsser Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse, Wunderstrauch und Zypressenwolfsmilch.

Tierische Nahrung

Ratten sind keine reinen Vegetarier. 2 bis 3 mal die Woche sollte man ihnen deshalb etwas tierische Nahrung gönnen. Es kann auch etwas -1 Teelöffel, sonst bekommen sie Durchfall- Magerquark, Magermilchjoghurt oder magerer Fruchtjoghurt gereicht werden. Ab und zu ein hartgekochtes Ei oder fettarmer milder Käse ohne Schimmel kann man ihnen auch geben.
Mehlwürmer oder Heimchen, Grillen, Bachflohkrebse und Garnelenkönnen per Hand zugefüttert werden. Dies muss aber unverzüglich verzehrt werden.

Zahnpflege

Zur Abnutzung ihrer Schneidezähne sollten den Ratten Zweige von Apfelbäumen, Haselnussbäumen, Birnenbäumen, Birken, Erle, Jonhannisbeerbüschen oder Heidelbeerbüschen zur Verfügung gestellt werden. Kein Brot, da dies ungesund ist. Kleine Maisringe oder Hundeknochen sind erlaubt.

Wasser, Zusätze

Wasser sollte ständig und in ausreichender Menge den Ratten zur Verfügung stehen. Das Wasser sollte möglichst weich sein und täglich erneuert werden.
Salzlecksteine sind überflüssig, denn ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter -Kräuter- und benötigt keine billigen Kochsalze. Wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, und starke Nierenprobleme können auftreten.
Kalksteine bestehen zum grössten Teil aus Kalzium. Nagen die Ratten zu sehr daran, führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann.
Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei artgerecht ernährten und gesunden Ratten nicht nötig, kann sie sogar überversorgen und krank machen.

Nagetiere