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Kaninchen Krankheiten

Beim Kaninchen bleiben Krankheiten oft sehr lange verborgen, weil man es dem Tier nicht ansieht. Es frisst weiter, kommt zum Trinken und seine Familie gibt ihm Schutz und Geborgenheit. Wenn der Halter dann die Krankheit sieht, weil das Tier stark abgenommen hat, schwach ist usw., dann ist es meistens schon zu spät. Deshalb sollte jeder verantwortungsbewusster Halter seine Tier immer beobachten und kleinste Veränderungen oder auffälligkeiten ernst nehmen.
Dinge die man beobachten sollte

-Fressen und trinken alle Tiere
-Verhalten sie sich normal
-laufen sie normal und hoppeln auch
-ist der Kot normal geformt
Einmal pro Woche sollten die Tiere zusätzlich kontrolliert werden. Hier sollte folgendes untersucht werden:
-Gewicht der Tiere; eine Liste machen und die Gewichte aufschreiben
-Fell der Tiere auf kahle Stellen untersuchen
-In die Ohren, Augen und ins Mäulchen schauen, bei Futterresten zwischen den Zähnen diese entfernen
-Tier abtasten und schauen ob Auffälligkeiten wie Verdickungen und Tumore
-Den After auf verklebte Stellen untersuchen
-Fussballen und Krallen kontrollieren; Krallen evtl. schneiden oder schneiden lassen-Tierarzt-.
- Geschlechtsecken kontrollieren und bei Bedarf säubern
Bei Krankheitsanzeichen sofort den Tierarzt aufsuchen.

Gewichtsverlust

Ein deutlicher Gewichtsverlust weist oft auf eine Krankheit hin. Gewichtsschwankungen um 50 - 100g die Woche sind normal. Sollte das Tier mehr abnehmen oder in kürzerer Zeit -innerhalb 1 - 2 Tagen- 50 g abnehmen, weißt das auf Krankheiten oder großen Stress hin.

Kahle oder schorfige Stellen im Fell

Vermehrtes Kratzen, kahle und schorfige Stellen weisen auf einen Parasitenbefall wie z.B.Milben- oder Haarlingsbefall bzw. einen Pilz hin. Steht das Fell gesträubt ab und ist es stumpf und glanzlos, dann weist das ebenso auf Krankheit -oder hohes Alter- hin. Ein gesundes Kaninchen hat ein dichtes, glänzendes Fell.
Zweimal im Jahr wechseln Kaninchen ihr Fell von Sommer zu Winterfell und zurück. Dann haaren sie sehr stark und können auch teilweise dünnes Fell haben - es kommt aber im Normalfall dabei nicht zu kahlen Stellen.

Veränderte Augen

Verklebte, trübe oder anderweitig veränderte Augen sind ein Krankheitszeichen. Es könnte eine Bindehautentzündung, Zahnprobleme oder Verletzung der Augen vorliegen.

Zähne

Die Zähne müssen so zueinander stehen, dass sie sich gut abnutzen können. Die Vorderseite der Schneidezähne sollte cremeweis bis hellgelb sein. Sind die Zähne zu lang, so sollte man dem Kaninchen mehr Zweige geben, auf denen er rumnagen kann.

Mundumgebung feucht

Sabbert das Kaninchen sehr stark könnte das ein Hinweis auf beginnende Backenzahnprobleme sein. Starkes Sabbern ist auch ein Hinweis auf einen Pilzbefall im Mund.

Nase verklebt oder feucht

Starke Flankenatmung und/oder niesen. Das sind deutliche Hinweise auf eine Atemwegserkrankung.

Ohren schuppig und verklebt

Kopfschiefhaltung, verklebte Ohren weisen auf eine Infektion im Innenohr hin. Eine stärkere Infektion führt dazu, dass die Tiere ihren Kopf schief halten. Verstopfte Ohren müssen vom tierarzt gereinigt werden. Schuppige, rote oder schorfige Ohren weisen auf einen Parasitenbefall bzw. einen Pilzbefall hin.

After schmutzig und verklebt.

Wenn der After verschmutzt und verklebt ist, dann weist das auf Darmprobleme hin. Beim Fellwechsel kann es zu Darmproblemen kommen, die Tiere scheiden Köttelketten, zu große Köttel oder keine Köttel mehr aus -Verstopfung.
Setzt das Kaninchen über einen längeren Zeitraum keinen Kot ab, versucht es mit gekrümmtem Rücken durch starkes Pressen vergeblich Kot abzusetzen, dann hat es eine Verstopfung.
Sofort die Ursache der Verstopfung finden und abstellen-evtl. Falschernährung-. Flüssigkeit, wie Wasser und Tee hilft beim Ausscheiden von Verstopfungen. Das Tier sollte viel Wasser, Kamillentee oder andere Kräutertees trinken. Sollte es nicht selber trinken, ist es wichtig mehrmals am Tag mit einer Pipette oder Spritze Wasser oder Tee einzuflössen. Wasserhaltiges Grün- und Saftfutter sollte vermehrt gegeben werden.
Öl macht den Darminhalt rutschig und hilft so, den Darminhalt auszuscheiden und die Verstopfungen zu lösen. Nach Absprache mit dem Tierarzt dem Kaninchen Rizinusöl, Parafinöl, Leinöl oder ein anderes hochwertiges Speiseöl einflössen. Zu Beginn der Behandlung 5 ml Öl, anschließend 2 - 3 x täglich 1 - 2 ml Öl.
Ergänzend oder statt des Öls wird Rodikolan verabreicht. Es wirkt krampflösend und besteht aus verschiedenen Pflanzenölen. 10 Tropfen dreimal täglich als Zusatz, oder statt anderen Ölsorten die oben genannte Menge im akutem Fall.
Wenn der Kot sich nicht innerhalb weniger Tage normalisiert, sollte ein Aufbau der Darmflora vorgenommen werden. Omniflora N Kapseln sind für Menschen in der Apotheke rezeptfrei zu bekommen. Der Inhalt der Kapseln wird in Wasser aufgelöst. Eine Kapsel auf 4 Tage verteilt.

Durchfall

Flüssiger Durchfall weist auf eine Infektion hin, Colibaktieren oder auch Kokzidien sowie Spulwürmer lösen so einen Durchfall aus.
Durchfall bei Kaninchen sollte niemals länger als 24 Stunden nach der Entdeckung ohne Tierarztbesuch behandelt werden. Länger andauernder Durchfall führt zum Tode des Tieres -der Darm wird träge und stellt die Arbeit ganz ein-.

Übel riechender, evtl eitrieger Ausfluss aus der Scheide, mitunter mit einer verschmierten und schmutzigen Analregion, häufig in Verbindung mit Aktivitätsverlust und Futterverweigerung, Druckempfindlichkeit am Bauch, sind Zeichen für eine Gebärmutterentzündung, es sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.
Schmerzen beim Wasserlassen Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, Quieken und ein krummer Rücken beim Urinieren, ständig feuchter Afterbereich, stark riechender Urin, das sind Zeichen für eine Blasenerkrankung oder auch einen Blasenstein. Der Urin bei gesunden Kaninchen kann von hellgelb bis dunkelorange gefärbt sein. Manche Futtermittel färben den Urin stark ein.

Humpeln, Umfallen beim Laufen, Schohnhaltung der Pfote

Sofort den Tierarzt aufsuchen, denn das Kaninchen hat sich eine Verstauchung oder Bruch zugeführt.

Impfungen

Kaninchen müssen regelmässig gegen Myxomatose und RHD geimpft werden.
RHD/Chinaseuche Rabbit Haemorrhagic Disease RHD ist eine gefährliche Viruserkrankung, die immer wieder eine hohe Ausbreitungs- als auch Sterberate verzeichnet. Das RHD Virus (befällt Haus- und Wildkaninchen, auch auf Hasen ist er übertragbar. Andere Tiere und Menschen sind gegen RHD immun. Die meisten Erkrankungen gibt es in den Sommermonaten, nur vereinzelt werden Fälle im Winter gemeldet. Die Seuche breitet sich schnell aus und Endet in 80 - 100 Prozent der Fälle tödlich.
Myxomatose
Myxomatose ist eine gefährliche Viruserkrankung, die immer wieder eine hohe Ausbreitungs- als auch Sterberate verzeichnet. Das Myxomatosevirus gehört zu der Familie Pockenviren. Nach einer überstandenen Krankheit ist der Virus noch bis zu 6 Monate im Organismus des Tieres aktiv und somit ansteckend. Andere Tiere oder Menschen sind durch den Virus nicht gefährdet, nur im Labor ist eine Ansteckung möglich, der Virus ist also Wirtspezifisch. Vor dem Virus ist kein Tier sicher, denn er kann auf viele Arten übertragen werden. Durch blutsaugende Insekten wie Stechmücke und Kaninchenfloh wird es häufig übertragen. Vor allem der Kaninchenfloh ist hier als Hauptüberträger zu nennen. Ebenso kann das Virus durch Milben, Zecken und Läuse übertragen werden. Eine Übertragung durch Futter ist ebenso möglich, vor allem gesammeltes Grünfutter steht in Verdacht das Virus zu übertragen.

Kot der Kaninchen

Kaninchen haben zwei verschiedene Arten von Kot. Runde, etwa erbsengroßen, braune Kotbällchen, das ist der normale Kot der Kaninchen, er kann verschieden Färbungen haben. Manchmal ist der Kot extrem dunkel, hart oder tropfenförmig, das weisst auf eine falsche Futterzusammensetzung oder eine Darmerkrankung hin.
Dann gibt es noch den dunkleren, leicht glitschigen Kot, welcher aus kleinen, etwa linsengroßen Kugeln besteht, welche traubenförmig zusammen hängen. Dieser Kot riecht meist recht extrem. Der Blindarmkot wird normalerweise direkt am After aufgenommen, bei Stress, Krankheit, zu proteinhaltiger Kost und anderen gesundheitlichen Problemen, kann es dazu kommen, dass der Blindarmkot nicht aufgenommen wird und im Gehege zu finden ist.

Geschlechtsecken

Im Genitalbereich haben Kaninchen sogenannte Geschlechtsecken. Es handelt sich um längliche Hautfalten links und rechts neben den Geschlechtsteilen. Dort befinden sich sekretierende Drüsen. Normalerweise halten Kaninchen diese Geschlechtsecken selbst sauber. Sind die Tiere krank, haben sie Gelenkserkrankungen und sind unbeweglicher, sind sie zu fett oder werden sie sehr unsauber gehalten, dann sammelt sich stinkendes Sekret in diesen Geschlechtsecken. Das kann ebenfalls bei langhaarigen Tieren der Fall sein, die auch Probleme haben, sich selbst sauber zu halten. Dann ist es notwendig, diese Geschlechtsecken regelmässig zu reinigen. Hilfreich sind dabei Babyöl und Qtips.

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