Die Haustierseite, Kaninchen Ernährung

Artgerechte Ernährung

Die Wildform des Hauskaninchen ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinden und Zweigen sowie vom Grün von Gemüsepflanzen und Pflanzenwurzeln. Der Darm unseres Hauskaninchens ist zwar etwas verkürzt, aber es braucht dieselbe Ernährung wie sein wilder Verwandter.-Kaninchenernährung-
Kaninchen haben einen dünnwandigen Magen und einen langen Darm, der keine Peristaltik aufweist. Deshalb funktioniert die Verdauung des Nagers nur wenn er ständig frisst, viel Rohfaser aufnimmt und die Mahlzeiten über den Tag verteilt werden. Da die Zähne des Kaninchens das ganze Leben wachsen sind diese auf ständigen Zahnabrieb angewiesen. Kaninchen sind in der Lage nahezu alle Nährstoffe die sie brauchen über eine Mischung aus frischem Gras, Grasähren, Heu und frischen sowie getrockneten Kräutern zu bekommen. Vitamine synthetisieren sie in ihrem Blinddarm und nehmen diese mit dem Kot wieder auf. Sie können Vitamin C speichern.
Gras und Heu

Gras und Heu enthalten alle Nährstoffe für das Kaninchen. Ausserdem enthält es die Rohfasern, welche die Verdauung in Schwung bringt und den Zahnabrieb unterstützt. Wiese und Heu darf unbegrenzt angeboten werden und man kann auch seine eigene Kräuterwiese anbauen. Da wilde Wiesen nicht immer in ausreichender Menge und leider auch nicht jedem Stadtmenschen zur Verfügung stehen, wird zusätzlich getrocknete Wiese, also Heu gereicht.
Es ist sehr wichtig, dass die Kaninchen beim Heu, genau wie auf einer Wildwiese, selektieren können und es ist völlig normal, wenn über 50 Prozent des Heus nicht gefressen werden.
In einem hochwertigem Heu sind verschiedene Grassorten sowie verschiedene Kräuter enthalten. Hier ist auf Qualität zu achten. Die Erntezeit, das Wetter sowie die Grassorte ist für die Qualität und den Nährwert vom Heu entscheidend. Es enthält durchschnittlich 8 -16 Prozent Rohprotein, 22 - 35 Prozent Rohfaser, bis zu 3 Prozent Kalzium und 1- 2 Prozent Phosphor.
Wenn das Kaninchen die Heusorte nicht mag, sollte man verschiedene Sorten versuchen.

Grünfutter

Grünfutter sind Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, Petersilie, Basilikum, Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen.
Blätter von Bäumen und Sträuchern, wie Haselnuss, Birke, Apfel, Johannisbeere, sowie Kraut und Blätter von Kulturpflanzen; ungedüngt, Bio oder aus eigenem Garten, ansonsten zumindest gründlich abwaschen. Wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter und natürlich verschiedene Gräser, sowie grüne Getreidehalme.
Grünfutter liefert dem Kaninchen vor allem Kohlenhydrate, Fette, in Form von Samen, Eiweisse, Mineralien, Vitamine und jede Menge Abwechslung. Gesunde Kaninchen dürfen sich an Grünfutter satt fressen, es darf und sollte zur freien Aufnahme angeboten werden.
Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter oder durchgehend Auslauf auf Wiesen anbieten. Es sollte aber trotzdem immer Heu angeboten werden.

Getrocknete Kräuter, Blätter, Blüten

Besonders reich an Vitaminen, Mineralien und Proteinen sind getrocknete Kräuter, sowie Blüten und Blätter. Auf die Fütterung von getrocknetem Grünfutter kann vor allem im Winter nicht verzichtet werden. Diese getrockneten Kräuter kann man direkt ins Heu streuen oder auch als Zusatzfutter geben. Die getrockneten Kräuter sind reich an Mineralien, vor allem Kalzium.

Frisches Gemüse und Obst

Um den Kaninchen Flüssigkeit, Vitamine, Eiweiß und Kohlenhydrate zuzuführen und auch um Abwechslung in den Futterplan zu bringen, sollte man seinem Tier frisches Gemüse und ab und zu Obst anbieten. Unbedingt das Gemüse und Obst gründlich waschen. Das Obst und Gemüse sollte man aber in solchen Mengen verfüttern, dass es bis zur nächsten Fütterung verzehrt wurde. Reste sofort entfernen, da sich sonst Schimmel bilden könnte.
Ca. 70 gr Frischfutter pro 1 kg Gewicht des Kaninchens.

Unverträgliches

Folgende Pflanzen sind für Kaninchen unverträglich
Zwiebelgewächse wie Porree, Zwiebeln, Schnittlauch, führen zu starken Blähungen und sind für Kaninchen zu scharf, Speisezwiebeln gelten als giftig.
Die meisten Kohlarten, Weisskohl, Rotkohl, Rosenkohl können bei Überfütterung oder wenn sie ungewohnt sind zu schweren Blähungen und Durchfällen führen.
Hülsenfrüchte, Linsen, Erbsen, Bohnen können roh zu Blähungen führen. Bohnen sind roh giftig, auch für Menschen.
Nachtschattengewäschse wie Tomate und Kartoffel sind giftig; das Laub.
Rettich und Radischen sind zu scharf.
Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft.
Steinobst wie Kirschen, Pfirsich, Pflaume, Nektarine, Mirabelle etc. enthalten zu viel Zucker und können in grösseren Mengen zusammen mit Wasser zu starkem Durchfall führen.
Exotische Früchte wie Cherimoya, Curuba, Granatapfel, Guaven, Physalis, Kumquat, Litchi, Mangos, Papaya etc. können bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen führen.
Manche Avokadosorten sind sogar schwer giftig für Kaninchen und alle Avocadosorten führen in unreifem Zustand zu Durchfall.

Giftige Pflanzen für das Kaninchen

Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärlauch, Bärenklau, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüsser Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse, Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Trockenfutter

Aus gesundes Kaninchen braucht kein Trockenfutter, denn die meisten Trockenfutter enthalten zu viel Fett, Stärke, Zucker und sind oft schwer verdaulich.
Nur kranke Tiere, Zuchttiere und bestimmt Rassen benötigen unter Umständen Trocken bzw. Kraftfutter.
Brot sollte auch auf keinen Fall verfüttet werden, da es für die Tiere nicht gesund ist.

Zweige

Man kann und sollte seinem Hasen frische oder getrocknete Zweige von verschiedenen Sträuchern und Bäumen anbieten. Das ganze hat mehrere Vorteile. Die Tiere haben Beschäftigung, in der Rinde stecken viele Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und die Rinde ist gut für die Zähne und wirkt wie Zahnpasta bei Menschen. Ausserdem wird das Zahnfleisch des Kaninchens massiert.

Futterzusätze

Bei einer gesunden Ernährung werden Futterzusätze nicht benötigt.
Wenn das Heu zu wenig Samen und Ähren enthält sollte man dem Kaninchen 2 bis 4 Sonnenblumenkerne und evtl. einen Esslöffel Gras- Kräutersamen pro kg Kaninchengewicht pro Woche zusätzlich geben. Dies fügt essentielle Fettsäuren zu.
Salzlecksteine sind überflüssig und manchmal sogar gefährlich, wenn das Tier zu viel Salz aufnimmt.
Kalksteine sind auch überflüssig. Zu viel Kalk kann zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen.
Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei einem artgerecht ernährten Kaninchen nicht nötig.

Kot fressen

Kaninchen spalten ihre Nahrung im Blindarm auf. Er enthält für das Kaninchen lebenswichtige Vitamine und Mineralien. Die Tiere nehmen ihren Blindarmkot, welcher kleiner und meist traubenförmig ist, direkt am After auf. Werden sie daran gehindert kommt es zu schweren Mangelerscheinungen.