Die Haustierseite

Hund

Der Hund

Über die Hunde Abstammung und Geschichte des ältesten Haustieres des Menschen herrschte lange Zeit Ungewissheit. Nach heutigen Forschungsergebnissen ist die -Vaterschaft- des Wolfes,Canis lupus- aber weitgehend geklärt -vgl. Zimen 1989, S. 44ff; Herre & Röhrs 1990, S. 41; Morell 1997,Hunde Beratung, Haustierberatung. Der gemeinsame Ursprung der Haushunde wird vor etwa 15.000 Jahren im ostasiatischen Raum hergeleitet -vgl. Savolainen et al. 2002-. In diesen Zeitraum fallen auch die ersten archäologischen Funde von Hundepfotenabdrücken und Skelettteilen.
Erste Knochenfunde in einem rund 14.000 Jahre alten Doppelgrab bei Oberkassel in der Nähe von Bonn bestätigen diesen Domestikationsbeginn und lassen bereits Rückschlüsse auf die enge Bindung zum Menschen zu.

Die Domestikation des Hundes bzw. Wolfes kann man sich als einen langsamen Prozess von Veränderungen über Generationen vorstellen. Es ist auch Veränderung genetischer Art, die Tiere welche isoliert von der Wildform gelebt hatten vollzogen, da sie von Frauen aufgezogen wurden. Dieser jahrtausende dauernde Prozess der Zähmung- wobei man Zähmung als bewusste Einflussnahme um eine Zahmheit -Vertrautheit- gegenüber dem Menschen zu erzeugen definieren kann- veränderte den Wolf/Hund allmählich.
So erlangte der Hund angeborene Zahmheit und noch andere genetisch fixierte Änderungen, die ihm vom Wolf unterschieden. Durch die veränderten natürlichen Bedingungen, als -Hausstand- bezeichnet, und die Auslese über Generationen auf Abrichtbarkeit und Nützlichkeit hat sich somit die genetische Unterart Hund gebildet -vgl. Herre & Röhrs 1990, S. 3-.

wunschfutter.de

Wie von noch heute lebenden Urvölkern der Erde -Papuas, Pygmäen, australische Ureinwohner- wurden die Hunde dann sowohl zur Jagd als auch später zum Schutz der Herden gegen Feinde eingesetzt. In Notzeiten dienten die Hunde als Nahrung.
Die Evolution der Hunde erlebt nun vor allem im Mittelmeerraum und Südwestasien eine Blüte. Die älteste Abbildung eines Hundes entstand im 8./7. Jahrhundert vor Christus in Anatolien und zeigt eine Jagdszene -vgl. Brackert & Kleffens 1989, S. 16-.
In den folgenden Kulturen erreichen die Hunde durch selektive Zuchtwahl des Menschen eine immer größere Variabilität und Verbreitung. So sind von den alten Ägyptern 4000 v. Chr. für die unterschiedlichen Anforderungen der Jagd dackelbeinige Hunde und Windhunde gezüchtet worden (vgl. Feddersen Petersen 2004, S. 30) Bald darauf wird in Babylon und später auch in Ägypten ein großer, kräftiger Hundetyp abgebildet, der Mastiff, der aufgrund seiner Größe und Kampfbereitschaft vor allem als Wachhund und im Krieg seine Verwendung findet. Die Ägypter verleihen manchen ihrer Götter hundeähnliches Aussehen und Charakter, was auf eine hohe Wertschätzung dieser Tiere schliesst. Wer einen Hund misshandelte, wurde mit körperlicher Züchtigung bestraft, wer einen Hund tötete, wurde mitunter selbst hingerichtet.
Die Römer züchteten erstmals systematisch Hunderassen und benötigten dann auch gesundes Hundefutter. Auch hier werden besonders große und kräftige Hunde gezüchtet, die entweder in Gladiatorenkämpfen oder - wie die auch schon bei den Griechen bekannten Molosser - im Krieg eingesetzt werden. Aber auch nahezu alle anderen uns heute bekannten Formen werden zu jener Zeit erstmals gezüchtet. Hunde wurden zudem als Herdenschutzhunde und als Nachrichtenübermittler eingesetzt. Damals konnten sich allerdings nur reiche Menchen Hunde halten; die Armen hielten sich Gänse. In einer Unterkunft mit Hund lebten also reiche Menschen.
Neben der Bedeutung der Hunde aufgrund ihrer variablen Einsetzbarkeit und Nutzbarkeit belegen die zahlreichen Abbildungen auf Vasen, die Erwähnungen in Fabeln, Geschichten und anderen literarischen Dokumenten, bis hin zu der von Homer überlieferten Szene der Heimkehr des Odysseus, in der einzig sein Hund Argos den Helden wieder erkennt, das innige und liebevolle Verhältnis zwischen Mensch und Hund der antiken Welt.
Bei den Germanen waren später rasselose, sich frei vermischende Hundetypen verbreitet. Sie wurden für verschiedene Arbeiten, wie Viehtrieb, Jagd oder Kriegsdienst eingesetzt. Funde von bestatteten Hunden unter Türschwellen und in Hausnähe belegen, dass diese Hunde aufgrund ihrer besonderen Eignung als Haus­ und Hofwächter rituell als -Bauopfer- dienten.