Griechische Landschildkröte
Die Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni boettgerie, kommt in Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, Griechenland und in der Türkei vor. Sie hat einen mässig gewölben Rückenpanzer in den Farben stroh- bis olivgelb mit schwarzen Flecken. Er verbreitet sich im hinteren Teil.
Der Bauchpanzer ist hornfarben und hat zu beiden Seiten der Mittelnaht einzelne schwarze Flecken. Kopf und Vorderbeine der Schuldkröte haben kleine bis mittelgrosse Schuppen; wobei die Vorderbeine fünf und die Hinterbeine vier Krallen haben. Der Kopf und die Extremitäten sind gelblich, bräunlich bis schwarz fefärbt. Beide Geschöechter haben einen Hornnagel am Schwanzende.
Haltung
Man sollte die ausgewachsene Griechische Landschildkröte artgerecht halten. Dies bedeutet, sie nicht ständig in einem Terrarium zu halten sondern, wenn möglich in einem Freilandgehege, da sie Temperaturwechsel von Tag und Nacht sowie Witterungseinflüsse zur Gesunderhaltung braucht.
Im Gehege sollten sonnige Plätze, sowie schattige Plätze mit etwas Buschwerk sein. Die Tiere sind wechselwarm und man muss ihnen die Möglichkeit bieten ihre Körpertemperatur zu relurieren. Das heisst, dass man in Deutschland ein Frühbeet einrichten sollte, da die Temperaturen bei uns nicht die gleichen sind wie in ihrem Heimatland. Fehlt den Tieren die Wärme, werden sie krank.
Ernährung
Man sollte der Griechischen Landschildkröte viel Grünfutter- Wiesenkräuter- anbieten. Hier ist vor allem der Löwenzahn -bitte nicht von stark befahrenen Strassen, wegen der Giftbelastung, pflücken-, der Weissklee, der Spitzwegerich und Taunessel zu nennen.
Zur Deckung des Kalkbedarfs und für ein gesundes Panzerwachstum den Tieren immer eine Sepiaschale der zerstossene Eierschalen anbieten. Eine Schale mit frischem Trinkwasser sollte auch selbverständlich sein; diese muss täglich gereinigt werden.
Vermehrung
Meine Griechischen Landschildkröten legen meist Mitte bis Ende Mai ihr erstes Gelege ab. Schon 1- 2 Wochen vorher kann man beobachten wie sie das Gehege nach einem geeigneten Platz absuchen. Dabei wird immer wieder der Kopf zum Boden gesenkt und so geprüft. Testudo hermanni boettgerie legt die Eier ausschließlich an einer vegetationsfreien Stelle. Für die Eiablage sollte innerhalb des Geheges auf jeden Fall ein Legehügel zur Verfügung stehen. Dieser muss wie oben erwähnt vegetationsfrei sein und eine leicht nach Süden geneigte Fläche aufweisen. Um den Platz für die legebereiten Landschildkrötenweibchen noch atraktiver zu gestalten können dort auch ein paar Natursteinbrocken hingelegt werden. Gerne legen die Tiere in die Nähe der Steine, da diese die Sonnenwärme bis in die Abendstunden speichern und so auch nach Sonnenuntergang das Gelege mit Wärme versorgen.
Ist der Rest des Geheges mit Gräsern und Kräutern bewachsen legen die Schildkröten mit hoher Sicherheit am Legehügel ihre Eier ab. Obwohl die Griechen meist schon im verlauf des Tages, meist am frühen Nachmittag, ihre Gelege absetzen, kann man diese an der vorbereiteten Ablagestelle leicht finden.
Nach jedem gelegten Ei tastet das Weibchen mit den Hinterbeinen die Grube ab und schiebt die Eier an den Rand, so das wieder Platz für das nächste Ei ist
Noch am selben Abend werden die Eier vorsichtig ausgegraben, auf der Oberseite mit einem Bleistift markiert und in den Inkubator überführt. Die Markierung soll Verhindern das bei einer Kontrolle des Geleges die Eier versehentlich gedreht werden. Im Gegensatz zu Geflügeleiern dürfen die Eier der Reptilien während der Bebrütung nicht mehr gedreht werden. Ansonsten stirbt der Embryo mit hoher Wahrscheinlichkeit ab.
Die Gelege der Griechischen Landschildkröte - Testudo hermanni boettgerie werden bei mir bisher in leicht feuchtem Vermiculite ausgebrütet. Dazu werden die Eier nur zur Hälfte eingebettet und nicht mit dem Substrat abgedeckt. In einem Fall habe cih bei der Bebrütung die Eier ganz in Vermiculite eingebettet. Durch zu hohe Feuchtigkeitsaufnahme sind die Eier des so inkubierten Geleges geplatzt. Andere Halter brüten die Testudo-Eier auch mit gutem Erfolg einfach auf trockenem Sand aus.
Bei einer Inkubationstemperatur von 26 - 34°C schlüpfen die Griechischen Landschildkröten bei mir nach einer Brutzeit von ca. 60 Tagen
Aufzucht
Nach dem Schlupf wird überprüft ob der Dottersack schon komplett eingezogen ist. Anscheinend ist die Inkubationsmethode, die ich auf anraten eines Freundes anwende, optimal. In der Regel schlüpfen meine Griechischen Landschildkröten mit vollkommen eingezogenen Dottersack und können sofort in den Aufzuchtbehälter überführt werden. Steht der Dottersack in einzelnen Fällen am Bauchpanzer noch hervor werden die Tiere zuerst in eine kleine, mit feuchtem Küchenpapier ausgelegten, Kunstoffdosen gesetzt und im Inkubator belassen. So verletzen sie sich nicht. Nach spätestens 1-2 Tagen ist der Dottersack dann ohne Probleme eingezogen.
In den ersten Lebenswochen werden meine Jungtiere der Griechischen Landschildkröte Testudo hermanni boettgerie im Aufzuchtterrarium untergebracht. Der Bodengrund besteht dort aus einer Mischung aus Gartenerde,Torf und Sand (zu je 1/3). Der Bodengrund hat eine höhe von mindestens 10cm. In eine Ecke des Terrariums wird regelmässig Wasser gegossen um die für das perfekte Panzerwachstum der kleinen Griechischen Landschildkröten wichtige Feuchtigkeit zu gewährleisten. Das Substrat darf nie ganz austrocknen. Weiterhin können in der von der Wärmelampe am weitesten entfernten Ecke Moosstücke gelegt werden. Auch unter dem feuchten Moos verkriechen sich die Schlüpflinge gern. Da die Jungtiere sowieso nur wenige Wochen in diesem Terrarium verbringen wird als Wärmelampe eine herkömmliche 40 Watt Reflektorbirne verwendet. Die Grundbeleuchtung besteht aus einer 15 Watt Leuchtstoffröhre. Wie schon erwähnt werden die Schlüpflinge der Griechischen Landschildkröte nur in den ersten Lebenswochen im Terrarium gehalten. In dieser Zeit ist die richtige Bodenfeuchtigkeit für die Tiere von besonderer Bedeutung. Dies ist auch der einzige Grund warum die Schlüpflinge in dieser Zeit bei kontrollierter Bodenfeuchtigkeit im Terrarium verbringen. Anschließend kommen die Tiere bei noch einigermassen warmen Temperaturen Ende August bis Mitte September in das Jungtieraufzuchtgehege im Freiland.
Das Gehege in dem die Griechischen Landschildkröten bis zu einem Alter von 1 Jahr gehalten werden hat lediglich eine Größe von ca. 1m². Ansonsten sind die Schlüpflinge, will man ihren Gesundheitszustand überprüfen, kaum zu finden da sie in der ersten Zeit sehr versteckt leben und die meiste Zeit im Bodengrund vergraben sind.
In das Gehege sollte ein kleines Frühbeet integriert sein um den Tieren auch an kühleren Tagen die erforderlichen Temperaturen zu bieten.
Bei fallenden Temperaturen im September und Oktober bereiten sich die Jungtiere wie auch die ausgewachsenen Tiere ganz von selbst auf die Winterruhe vor. An wärmeren Tagen setze ich die Tiere allerdings noch mal in eine Schale mit etwas lauwarmen Wasser damit sie ihren Flüssigkeitshaushalt ausgleichen können.
Beginnen die Tiere damit sich Ende Oktober in den Boden einzugraben setze ich sie zur Überwinterung in die unten beschriebenen Boxen.
Im Frühjahr werden die Boxen mit den Schlüpflingen des Vorjahres schon Mitte Februar langsam und schrittweise wärmer gestellt, bis sie nach 2-3 Tagen bei Zimmertemperatur aus dem Überwinterungssubstrat hervorkommen. Den Zeitpunkt der Auswinterung legt aber zum Teil die Witterung fest. Ich warte bis draußen der erste Löwenzahn wächst, damit ich den kleinen Landschildkröten von Anfang an hochwertige Nahrung bieten kann.
Nach dem Aufwachen werden die kleinen Griechen wieder zum tränken in lauwarmes Wasser gesetzt. Anschließend werden sie dann bis zu den ersten wirklich warmen Tagen im Mai im Aufzuchtterrarium gehalten. Mitte Mai überführe ich die Tiere bei geeigneten Temperaturen in das oben beschriebene Freigehege für die Jungtiere bis zu einem Alter von 1 Jahr.
Im Sommer werden die einjährigen Schildkröten dann schon in das größere Gehege für die 1-5 jährigen Griechischen Landschildkröten umgesiedelt. Spätestens ab einem Alter von 6 Jahren kommen sie dann in das große Freigehege zu den Ausgewachsenen