Fischkrankheiten und Heilung

Fischkrankheiten und deren Heilung

Leider leiden unsere Fische häufig an Fischkrankheiten und verschiedene Infektionen. Diese Seite beschäftigt sich mit dem Thema Fischkrankheiten und zeigt dem Aquarianer wie man die Krankheiten erkennt und heilt. Die Fischkrankheiten sind alphabetisch geordnet.

Krankheiten und Merkmale der Krankheit

Bei den Anzeichen der Fischkrankheiten können immer entweder einzelne oder mehrere gleichzeitig auftreten.
Bitte die dick geschriebene Überschrift der Fischrankheit anklicken; Sie kommen dann direkt auf weitere Einzelheiten der betreffenden Krankheit.

Bakterielle Flossenfäule

Anzeichen: Entzündete, rote Stellen an den Flossen, Fische scheuern sich, wirken apathisch, Flossenränder sehen milchig weiß aus, fransen aus, bekommen Löcher.

Fischschimmel, auch als Wasserschimmel bekannt

Anzeichen: Weißer, wattebauschähnlicher Belag aus einzelnen Fäden, watteartiger Belag auf Augen, Kiemen und Flossen, eingerissene Flossen.

Fischtuberkulose

Anzeichen der Fischtuberkolose: Braune oder schwarze Flecken am Körper des Fisches (Knötchen) welche platzen können, der Hinterleib des Fisches ist angeschwollen, die Augen stehen hervor (Glotzaugen), die Tiere fressen nicht mehr und magern ab, eingefallener Bauch, Fische sondern sich ab, verstecken sich, Wirbelsäule ist stark gekrümmt.

Fischverletzungen

Anzeichen: Angeknabberte Flossen, fehlende Schuppen, Kratzer auf der Haut, Verletzungen in Kopf- und Rückenbereich.

Infektiöse Bauchwassersucht

Anzeichen: Abstehende Schuppen, Bläschen an der Seitenlinie, der Bauch ist extrem angeschwollen und die Schuppen stehen ab, die Augen stehen hervor (Glotzaugen), Fische atmen heftig und schnappen nach Luft, sie liegen am Boden und/oder schaukeln und taumeln, sie wirken apathisch, Hautablösungen und Geschwüre, entzündete rote Stellen, Kiemen sind blass, After entzündet, After ist vorgestülpt.

Kiemenwürmer oder auch Kiemensaugwürmer

Anzeichen: Fische atmen heftig und schnappen nach Luft, jagen ungewöhnlich schnell durch das Aquarium, liegen am Boden, schwimmen ständig gegen die Strömung, sondern sich ab, verstecken sich, Kiemen und Haut rosa bis gelblich verfärbt, kleine Punkte oder Fäden in Kiemen zu sehen, Kiemendeckel stehen ab.

Lochkrankheit

Anzeichen der Lochkrankheit: Pickel im Kopfbereich, können aufbrechen und weiße Paste abgeben, Fische wirken apathisch, kraterähnliche Löcher im Kopfbereich, weiße Flecken, aus den Flecken tritt meist weißliches Gewebe aus.

Neonkrankheit

Anzeichen: Milchig weiße Flecken, meist im blauen Glanzband, Fische wirken farblos, Tiere sondern sich ab, verstecken sich, ächtliches unruhiges Hin- und Herschwimmen.

Samtkrankheit

Anzeichen: Die Fische fressen nicht mehr und magern ab, die Haut ist von samtigen Belägen befallen, die Tiere atmen heftig und schnappen nach Luft, sie klemmen die Flossen, liegen am Boden, scheuern sich, sondern sich ab, verstecken sich, Haut ist verschleimt, erhöhte Schleimabsonderung, Schleimhaut löst sich, Kopf und Rücken der Fische verdunkelt sich.

Vergiftungen

Anzeichen: Fische atmen heftig und schnappen nach Luft, jagen ungewöhnlich schnell durch das Aquarium, sterben ohne erkennbaren Grund, wirken apathisch.

Weißpünktchenkrankheit

Anzeichen: Die Fische fressen nicht mehr und magern ab, sie scheuern sich, Haut ist verschleimt, erhöhte Schleimabsonderung, Schleimhaut löst sich, Körper, Flossen und Kiemen der Fische sind mit kleinen weißen Pünktchen überzogen.


Die Bakterielle Flossenfäule wird von Bakterien der Gattungen Aeromonas, Pseudomonas und Vibrio verursacht. Diese Bakterienstämme kommen in jedem Aquarium vor. Gesunde Fische sind aber dagegen immun. Nur bei geschwächten oder gestressten Tieren kann es zum Ausbruch der Krankheit kommen.
Flossenfäule tritt auf wenn die Fische falsch gehalten werden. Meistens fängt die Krankheit an den Flossenrändern an und arbeitet sich dann zum Körper hin. Besonders Fische mit langen Flossenrändern sind anfällig für diese Krankheit. Die Flossenfäule wird erst gefährlich wenn sie sich bis auf die Schwanzwurzel oder den Körper ausgebreitet hat.
Behandlung:
Die Flossenfäule ist im Anfangsstadium relativ leicht zu behandeln. Zuerst müssen die Haltungsbedingungen der Tiere verbessert werden. Ein Auftreten der Flossenfäule ist meist ein Indiz für belastetes Wasser. Hier ist oft ein zu hoher Nitritwert die Ursache. Daher sollte man wert auf regelmäßige Teilwasserwechsel legen.
Sollte eine gewissenhafte Aquarienpflege nicht zum gewünschten Erfolg verhelfen, kann man auf spezielle Medikamente gegen Flossenfäule aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt zurückgreifen.

Der Fischschimmel gehört zu den Pilzinfektionen. Hervorgerufen durch Pilze der Gattungen Saprolegnia und Achyla, welche sich an abgestorbenen Pflanzenresten oder Tierkadavern finden. Diese Pilze können sich an Temperaturen bis 33 C gewöhnen, vermehren sich jedoch lieber bei kälteren Temperaturen. Vermehrung geschieht durch die Hyphen (Hyphen = Zellfäden).
Symptome und Diagnose In den Anfangsstadien ist am Tier ein weißer, wattebauschähnlicher Belag aus einzelnen Fäden zu erkennen. Dieser Belag kann je nach Fortschritt der Krankheit auch bräunlich oder grünlich aussehen. Mit betroffen können auch Augen, Kiemen und Flossen sein (eingerissene und ausgefranste, sich langsam rückbildende Flossen).
Die Ursachen liegen meist in einer Vorschädigung durch evtl. Schwächung der Schleimhäute, andere Krankheiten oder auch durch äußere Verletzungen. Sporen der Pilze gelangen in das geschwächte Gewebe oder an den geschwächten Fisch und können sich dort unter für ihn guten Bedingungen vermehren.
Bei fortgeschrittener Krankheit bewegen sich die Pilzfäden auch in das Innere des Fisches, wo sie das Muskelgewebe und die Organe schwächen und toxische Gifte absondern, bis hin zum körperlichen Versagen. Andere Ursachen können in nicht artgerechter Haltung oder hygienischen Mängeln liegen. Oftmals leidet die Wasserqualität bei Überbesatz und unregelmäßigen Wasserwechseln, welche die Vermehrung der Pilze begünstigen.
Behandlung:
Zuerst sollte man es mit einem Wasserwechsel von 50 Prozent sowie eine gleichzeitige Temperaturerhöhung auf 28 bis 30 Grad versuchen. Als nächstes kann man es mit leichten Kochsalzbädern versuchen und/oder bei großen Fischen auch versuchen vorher den Belag mit Watte abzutupfen. Bei hartnäckigem Befall gibt es einige medizinische Mittel im Fachmarkt oder beim Tierarzt.
Melafix: Ein sehr schonendes Mittel, welches auf Teebaumölbasis hergestellt ist.
Sera Mycopur: Bestandteile Acriflavin, Kupfersulfat. Vorsicht bei der Anwendung bei kupferempfindlichen Tieren wie z.B. Garnelen.
JBL Ektol cristal: Bestandteile unter anderem Kochsalz. Vorsicht bei der Verwendung von Zeolith im Filter, da dieses durch Kochsalz generiert werden kann und gebundene Giftstoffe wieder ausscheiden kann.
JBl Fungol: Bestandteile Malachitgrün
Amtra medic 6: wirkt antibakteriell und entpilzend aber auch vorbeugend
Die Erfolgschancen die Krankheit zu heilen liegen im Anfangsstadium sehr hoch, da sie mit einfachen Mitteln bekämpfbar sind. Ist die Krankheit jedoch sehr weit fortgeschritten, so das der Pilz schon in den Körper wächst, ist eine Heilung schwer bis garnicht mehr möglich.
Man kann gegen diese Krankheit vorbeugen, indem man regelmäßige Teilwasserwechsel macht und abgestorbene Teile aus dem Aquarium entfernt. Ebenso hilft eine Überfüttterung zu vermeiden und den Verschmutzungsgrad des Wassers (auch durch Überbesatz) in Grenzen zu halten.
Beim Kauf von Einrichtungsgegenständen, Steinen, Höhlen und Kies auf abgerundete Kanten achten um das Verletzungsrisiko zu verringern.

Die Fischtuberkulose ist der Supergau. Die Krankheit Fischtuberkolose wird von Bakterien der Gattung Mycobakterium ausgelöst. Die Anzeichen dafür dass ein Fisch von Fischtuberkulose befallen ist sind oft sehr vielseitig.
Behandlung:
Bei Fischtuberkulose hilft nur der Einsatz von Antibiotika. Man kann die Fische in Aureomyin baden (250 ml auf 5 l Wasser) oder in Terramycin (100 ml auf 5 l Wasser). Dies sollte man einmal am Tag machen, und das ganze 5 Tage lang. Bei dieser Methode kommt es darauf an, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist. Meistens lindert man damit die Symptome nur. Denn eine Heilung dieser Krankheit ist noch nicht möglich.
Fische die befallen sind sollte man sofort aus dem Becken nehmen, und in separates Becken setzten wo sich keine anderen Fische befinden. Oft sterben die befallenen Fische nach ein paar Tagen, und man kann nur hoffen das sich nicht noch weitere Fische im Aquarium infiziert haben.
Da die Krankheit als nicht heilbar gilt, sollte man vorbeugen:
Auf Sauberkeit im Aquarium achten, nicht Überbesetzen, abwechslungsreich füttern und nicht zu viel, auf die Wasserwerte achten, auf ein gute und saubere Filterung achten.
Fischtuberkulose ist auch auf den Menschen übertragbar, allerdings entzündet sich die Haut nur oberflächlich. Darum sollte man nie mit offenen Wunden ins Becken langen. Bei Entzündung einen Arzt aufsuchen.

Fischverletzungen werden meistens durch Kämpfe mit Artgenossen oder aber Verletzungen an scharfkantigen Gegenständen hervorgerufen.
Oft kommt es vor, dass Fische untereinander Kämpfe austragen. Meistens sind diese jedoch harmlos, da das schwächere Tier oft aufgibt und sich zurückzieht. Wenn es aber um Revierkämpfe geht, läuft dies oft nicht so harmlos ab. Die beiden Kontrahenten stehen sich mit aufgerissenem Maul gegenüber und beißen sich gegenseitig in die Mäuler. Dies kann man sehr oft bei barschartigen Fischen sehen.
Eine andere Ursache wie sich Fische in unserem Aquarium verletzen können sind scharfkantige Gegenstände. Bei schnellen Schwimmmanövern kann es vorkommen, dass sich die Fische an scharfen Steinen, Wurzeln oder Dekomaterial Verletzungen zuziehen. Darum sollte man immer prüfen ob die Gegenstände auch geeignet sind.
Aber auch Verletzungen durch das Fangen von Fischen sind möglich. Durch das Eingreifen mit einem Kescher in das Aquarium entsteht für die Fische ein unheimlicher Stress. Die Fische versuchen panisch zu flüchten und sich zu verstecken. Durch Fluchtversuche stoßen sie gegen Gegenstände oder die Scheibe.
Vorgehensweise:
Bei Biss und Scheuerverletzungen können Verpilzungen an den betroffenen Stellen auftreten. Eine gute Möglichkeit die Wunden zu behandeln ist, wen man etwas Meersalz ins Becken gibt. 1 bis 2 Teelöffel auf 100 l Wasser geben, nach jedem Wasserwechsel sollte man dies wiederholen. Falls man Fische im Aquarium hat die das Salz nicht vertragen, sollte man den behandelten Fisch in ein seperates Becken tun. Wen man sieht das es den Fischen durch diese Behandlung besser geht, sollte man die Salzdosierung langsam wieder senken.
Eine 2 Möglichkeit um Verletzungen zu behandeln ist ein Aufguss mit schwarzem Tee. Ein Teekanne reicht für ungefähr 120 bis 150 L. Man sollte aber immer den zweiten Aufguss verwenden, damit werden die eventuell vorhanden Schadstoffe für die Fische ausgelöst.

Die lnfektiöse Bauchwassersucht kann nur sehr schwer behandelt werden und die Behandlung führt nur selten zum Erfolg. Die Bakterien der Gattungen Aeromonas und Pseudonomas sind an der Erkrankung beteiligt; weiteres weiß man nicht. Diese Bakterien sind in jedem Aquarium vorhanden, da sie monatelang im Wasser und Boden überleben und sich dort vermehren können. Erst bei Schwächung der Fische ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage die Bakterien zu bekämpfen, sonst sind die Fische stark genug um nicht krank zu werden.
Unmittelbare Ursache des angeschwollenen Bauchs ist der Verfall eines oder mehrerer innerer Organe (Leber, Niere usw.) aufgrund der Infektion. Durch den Verfall wird Flüssigkeit in die Bauchhöhle abgesondert und der Bauch bläht sich auf und dadurch spreizen sich die Schuppen vom Körper ab.
Ist der Darm befallen, sondert der Fisch schleimigen Kot ab und der Fisch frisst nicht mehr. Später wird die Darmschleimhaut abgestoßen und ausgeschieden. Weiße schleimige Stücke können am After hängen bleiben. Im Endstadium funktioniert die Niere nicht mehr richtig oder es treten Infektionen der Harnwege auf. Die Niere scheidet nicht mehr genug Wasser aus und das überschüssige Wasser sammelt sich in der Bauchhöhle, in den Schuppentaschen und im Augenhintergrund.
Behandlung:
Die infektiöse Bauchwassersucht kann nur im Anfangsstadium geheilt werden. Auch deshalb muss unbedingt die tatsächliche Ursache der Erkrankung ermittelt werden. Nur bei schnellem und gezieltem Einsatz von Heilmitteln kann die Behandlung erfolgreich sein. Diese aufgezählten Heilmittel können bei rechtzeitigem Einsatz erfolgreich sein (in Klammern ist der enthaltene Hauptwirkstoff gegen Bauchwassersucht genannt):
Aquarium Münster Aquafuran (Nifurpirinol)
JBL Furanol (Nifurpirinol)
Sera Baktopur direct (Nifurpirinol)
Sera Bakto Tabs (Nifurpirinol)
Die Behandlung kann durch eine Salzbehandlung mit 2 bis 5 Gramm je Liter Wasser unterstützt werden. Die genaue Salzdosis hängt davon ab, wie viel Salz die Fischart verträgt. Durch die Salzbehandlung wird die Osmoseregulation vor allem über die Haut unterstützt, so dass ein Teil der überschüssigen Flüssigkeit abgeben werden kann.

Kiemenwürmer oder auch Kiemensaugwürmer (Dactylogyrus und Tetraonchus) gehören der Gattung Hakensaugwürmen an und sind kleine mit Haken besetzte Würmer. Sie nisten sich in den Kiemen aber auch auf der Haut der Fische ein und führen bei starkem Befall zum Tode, da sie nach dem erfolgreichen Einnisten beginnen die Schleimhäute und Kiemengewebe zu zerfressen.
Kiemenwürmer können ca. 0,1-1 mm groß werden und sind unter einem Mikroskop schon bei geringer Vergrößerung sichtbar. Sie sind Eierleger, die Eier sinken nach der Ablage auf den Grund des Aquariums und warten nach dem Schlüpfen auch dort auf neue Wirte. Die Würmer selber sterben nach der Eiablage. Ein Wurm, der keinen Wirt findet kann ca. je nach Temperatur und Art zwischen 2 und 14 Tage überleben.
Kiemenwürmer sind ein eingeschlepptes Problem, welches man sich mit neuen Fischen, speziell Wildfängen aber auch mit neuen Pflanzen einfangen kann, auf denen bereits gelegte Eier liegen.
Behandlung:
Bei leichtem Befall können kurze Kochsalzbäder von ca. 10 bis 15 Min angewandt werden, damit es zu einer kurzzeitigen Abschwellung der Kiemendeckel kommt. Bei stärkerem Befall hat sich auch eine Behandlung mit Formalin bewährt. Da Kiemenwürmer eine nicht so lange Überlebenschance haben, kann man, die Fische umsetzen, und separat in einem Quarantänebecken behandeln, somit ist nach einigen Tagen das Hauptbecken wieder wurmfrei.
Von einer Temperaturerhöhung sollte bei Kiemenwürmern abgesehen werden, da die Tiere durch die geschwollenen Kiemen auch so schon schlecht Luft bekommen. Früh behandelt sind sie gut zu heilen. Bei Jungfischen jedoch sind die Heilungschancen wesentlich geringer als beim ausgewachsenen Fisch.
Auf eine Wasserpflege, regelmäßige Teilwasserwechsel und auf einen niedrigen Belastungsgrad des Wassers achten. Pflanzen, wenn sie aus einem fischbesetzten Aquarium kommen, vor dem Einsetzen mit Wasser abspülen evtl. einige Tage außerhalb des Aquariums in einem extra Becken oder Eimer aufbewahren. Neu gekaufte Fische in einem Quarantänebecken beobachten.

Die Lochkrankheit tritt öfter bei südamerikanischen Buntbarschen, also bei Fischen welche in sehr weichem Wasser leben, auf.
Die Ursache der Löcher ist wahrscheinlich ein Mangel an Calcium, Phosphor oder Vitamin D. Auch bakterielle Ursachen oder bakterielle Sekundärerkrankungen können nicht ausgeschlossen werden.
Behandlung:
Während der Erkrankung ist es wichtig eine nährstoff- und vitaminreiche Ernährung durchzuführen. Es sollte viel Lebend- und Frostfutter gegeben werden. Man sollte auch häufige und größere Wasserwechsel durchführen. Die Löcher werden mit Rivanol behandelt.
Bei Mangelerscheinungen kann dem Futter Osspulvit-N (bekommt man in der Apotheke) beigemischt werden. Das gleicht den Mangel sofort aus und führt zum langsamen Abheilen der Löcher. Zusätzlich kann bei jedem Wasserwechsel sog. Diskus-Salz beigefügt werden. Es unterstützt den Heilungsprozess und beugt erneuter Lochbildung vor.

Die Neonkrankheit ist eine bisher nicht heilbare Krankheit. DEshalb kann man nur vorbeugen. Am häufigsten tritt die Krankheit bei den Neonsalmlern (Paracheirodon innesi) auf, aber auch bei anderen Salmlerarten und Barben ist die Neonkrankheit bereits beobachtet worden.
Hervorgerufen wird die Krankheit durch den Erreger Plistophora hyphessobryconis. Plistophora ist ein einzelliges Sporentierchen (Parasit), welches in Sporenbehältern des Muskelgewebe fast aller Tierarten vorkommen kann. Im Krankheitsverlauf werden Muskelstränge beschädigt, wodurch die Weißfärbung hervorgerufen wird.
Behandlungsmöglichkeiten sind bisher nicht bekannt. Bei guten Haltungsbedingungen kann der Fisch den Befall jedoch gut verkraften und den Erreger einkapseln. Daher sollte auf die Einhaltung der idealen Wasserwerte geachtet werden. Selbst stark befallene Fische können so noch lange überleben, stellen aber ein Infektionsrisiko für die anderen Fische dar. Erkrankte Fische daher am besten in Quarantäne stellen.

Die Samtkrankheit ist auch unter der Bezeichnung Oodinium bekannt. Ausgelöst wird sie von dem Erreger Piscinoodinium. Dies ist ein einzelliger Algenstamm welcher eine Größe von 0,1 bis 0,3 mm erreichen kann. Diese erzeugen auf der Fischhaut einen samtigen Belag, der viel feiner ist als bei der Weißpünktchenkrankheit.
Die Erreger krallen sich mit Plasmafäden in der Haut des Fisches fest. Sie können durch den Mund und den Darm auch in den Körper gelangen und dort Organe befallen. Dabei wird die Haut des Fisches stark geschädigt. In den entstehenden Wunden können sich Bakterien festsetzen, so dass sich ganze Hautfetzen ablösen können. Da der Erreger eine Alge ist und somit Chloroplasten besitzt, färben sich entsprechende Hautpartien grünlich bis bräunlich. Desweiteren nimmt der Erreger auch Nähstoffe aus der Fischhaut auf. Die Erkrankung kann sich über mehrere Wochen hinziehen bis die gesamte Haut des Fisches befallen ist. Diese löst sich nach und nach ab und der Fisch stirbt langsam. Vor allem jüngere Tiere sterben bereits vorher in Folge von bakteriellen Infektionen in den Wunden. Besonders schwerwiegend ist ein Befall der Kiemen, da es dafür keine äußeren Anzeichen gibt. Behandlung:
Salzbäder in Verbindung mit einer Temperaturerhöhung hilft den Tieren. Man sollte befallene Fische in ein separates Becken setzten und die Temperatur auf etwa 30 C einstellen, natürlich nur wenn die Fische dies vertragen.
Dann gibt man 2 bis 5 mg pro Liter Salz in das Wasser. Es ist sinnvoll das Becken abzudunkeln, da dann die Photosynthese der Erreger gestört wird.
Es gibt auch Heilmittel aus dem Fachhandel. Da diese aber oft Kupfer enthalten sind sie oft schädlich für andere Aquarienbewohner wie Schnecken, Garnelen oder Welse. Daher sollte man evtl. auf Medikamente die Malachitgrün enthalten ausweichen. Einige bekannte Medikamente gegen Samtkrankheit:
Amtra medic 5 (Amino-5-nitrothiazol)
Aquarium Münster odimor (Kupfersulfat)
Aquarium Münster odimor p (Kupfersulfat)
JBL Oodinol
Sera oodinopur (Kupfersulfat, Kupferchlorid)
Tetra ContraIck (Malachitgrün)
Wie bei den meisten Krankheiten werden auch die Erreger der Samtkrankheit hauptsächlich von neuen Fischen in das Aquarium eingeschleppt.

Auch im Aquarium kann eine Vergiftung auftreten. Manche bilden sich erst im Aquarium durch zu viele Abfallstoffe, andere sind auf vorbelastetes Leitungswasser oder auf Einwirkungen von außerhalb zurückzuführen. Es gibt verschiedene Arten von Vergiftungen.
Nitrat- und Nitrit-Vergiftung Symptome: Fische atmen heftig, oft stehen sie direkt unter der Wasseroberfläche und schappen nach Luft. Die Fische sind apathisch und jagen plötzlich ungewöhnlich schnell durch das Becken. Manche Fische sterben ohne erkennbaren Todesgrund. Ursache: Aus den Abfallprodukten der Fische bilden sich die giftigen Stoffe und erschweren die Atmung der Fische, da sie sich auf ihre Kiemen legen. Ein Problem stellt dies nur da, wenn die Bakterien die Abfallprodukte nicht (schnell genug) abbauen, z. B. bei Überbesatz, neu eingerichteten Becken. Maßnahmen: Sofortiger Wasserwechsel von ca. 50 Prozent des Aquarienwassers. Bei stärkerer Belastung auch Wasserwechsel (ca. 30 Prozent) an folgenden Tagen durchführen. Ammoniakvergiftung Das gefährliche Ammoniak entsteht ab einem ph-Wert von 7 aus dem ungiftigen Ammonium. Ammonium und erst recht Ammoniak sollten im Aquarienwasser nie nachweisbar sein! Wenn doch sollten man sofort einen Teilwasserwechsel von 30 bis 50 Prozent vornehmen (Achtung: Wenn das Leitungswasser einen höheren ph-Wert als 7 aufweist, nicht so viel Wasser wechseln. Da durch das frische Wasser der ph-Wert wieder steigt und wieder Ammoniak entsteht.) Die Symptome für einen Ammoniakvergiftung sind wie bei Nitrat- und Nitritvergiftungen. CO2-Vergiftung CO2 wird von den Fischen ausgeatmet. Die Pflanzen im Aquarium verbrauchen CO2 bei der Photosynthese. Aber nachts atmen auch die Pflanzen Sauerstoff und verbrauchen das CO2 nicht, somit kommt es zu einer CO2-Anreicherung. Der CO2-Wert ist morgens kurz vor dem Einschalten der Beleuchtung am höchsten. Aber auf natürliche Weise kann durch das biologische Gleichgewicht keine CO2-Vergiftung entstehen, aber viele Aquarianer benutzen zusätzlich eine CO2-Anlage um das Pflanzenwachstum zu fördern. Um eine CO2-Vergiftung gar nicht erst vorkommen zu lassen, sollte die CO2-Ablage nachts abgeschaltet sein und tagsüber sollte bei der Dosierung immer auf die Herstellerangaben geachtet werden. Der CO2-Wert lässt sich mit Tröpfchentests (genau Anagbe) messen oder mit Hilfe von kh- und ph-Wert in einer Tabelle ermitteln (ungenau= Schätzwert). Sollte es doch einmal zu einer CO2-Vergiftung kommen sollte sofort das gesamte Wasser des Beckens ausgetauscht werden und eine Luftpumpe angeschlossen werden. Kupfervergiftung Kufpervergiftungen entstehen wenn Kupfer in das Becken kommt. Wie kann das passieren? Einige Algenvernichtungsmittel, Dünger und Medikamente enthalten Kupfer und man sollte diese nicht benutzen, da Wirbellose Tiere und Welse darauf sehr empindlich reagieren. Für diese Mittel gibt es Alternativen. Wenn Sie Kupferleitungen oder Durchlauferhitzer im Haus haben, kann so Kupfer ins Leitungswasser gelangen und es verunreinigen. Lassen Sie das Wasser am besten erst ein paar Minuten ablaufen bevor Sie es für das Aquarium verwenden. Chlorvergiftung Chlor wird von einigen Wasserwerken zur Keimreduzierung eingesetzt. Ob das Leitungswasser chlorhaltig ist, lässt sich leicht am Schwimmbadgeruch erkennen. Chlor lässt sich, genauso wie andere Falschgase, mit einem harten Wasserstrahl oder am besten mit einem Brausestrahl aus dem Wasser treiben. Man kann das Wasser aber auch ein oder mehrere Tage stehen lassen. Vergiftung durch Schwefelwasserstoff Schwefelwasserstoff entsteht bei Fäulnisprozessen im Boden. Das kann vor allem bei (zu) starker Fütterung autreten, wenn Futterreste in den Bodengrund gelangen und dort verfaulen. Wenn das Wasser nach faulen Eiern riecht, sollte das gesamte Becken und vor allem der Bodengrund nach Faulprozessen untersucht werden und diese beiseitigt werden. Im schlimmsten Fall muss der Bodengrund komplett ausgetauscht werden. Sonstige Vergiftungen Das Aquarium kann natürlich auch durch viele andere Dinge vergiftet werden. In die Nähe des Aquariums sollten keine Stoffe gelangen die Lösungsmittel enthalten (z. B. Farbe, Insektenschutzmittel, etc.). Auch darf das Aquarium nur mit Leitungswasser gereinigt werden, nie mit Spül- oder anderen Reinigungsmitteln! Zur Pflege des Aquariums sollten auch nur Eimer, Schwämme und Tücher verwendet werden, die nur dafür gebraucht werden und für nichts anderes, damit sie sich nicht mit schädlichen Stoffen infizieren. Wie in allen Dingen in der Aquaristik ist richtige Vorsorge am wichtigsten, da somit Fehler vermieden werden und das Aquarium zu einer Oase in den eigenen 4 Wänden werden kann!

Die Weißpünktchenkrankheit ist die häufigste Erkrankung von Zierfischen im Aquarium. Die Ursache ist ein Befall mit den Wimperntierchen Ichthyophthirius multifiliis. Die Tierchen sind bis zu 1 mm groß und graben sich in die Haut der befallenen Fische ein. Sie sind dann als weiße Punkte erkennbar.
Behandlung:
Eine Temperaturerhöhung in der Behandlungszeit ist erforderlich. Durch die Temperaturerhöhung muss auch der Sauerstoffgehallt geprüft werden. Abhilfe bei Sauerstoffmangel muss dann mechanisch erfolgen (Membranpumpe, Austömerstein etc.). Man erhält einige Medikamente im Fachhandel (Punktool von JBL; Costa Pur von Sera).
Im Kaltwasseraquarium ist die Behandlung ein bisschen problematisch, da die Fische die hohen Temperaturen nicht aushalten. Wenn nach der Bahndlung wirklich alle Fische von den Symptomen befreit sind, sollte ein sorgfältigen Wasserwechsel gemacht werden.
Wird die Behandlung sorgfältig nach den jeweiligen Beschreibungen betrieben, sind die Erfolgsaussichten gut. Der Ichthyo-Wurm ist in jedem Aquarium zu finden, nur die eigenen Fische sind immun dagegen. Das heißt, entweder verträgt die Neuanschaffung das Wasser nicht oder der eigene Bestand das neue Wasser aus der Zoohandlung nicht. Man sollte daher beim Einsetzen neuer Fische niemals das Transportwasser aus der Zoohandlung mit in sein Becken geben.