Haustierseite

Farbmaus Pflege

Aufzucht,Gesunderhaltung und Vermehrung von Mäusen

Der Käfig für die Farbmäuse sollte gross und artgerecht eingerichtet sein. Er sollte ein Mindestmass von LBH 100x50x80 mit mehreren Etagen haben. Leider sind die Gehege, welche im Handel verkauft werden meistens nicht artgerecht und viel zu klein, sodass der Halter sein Käfig oder Gehege selbst bauen muss. Das Gitter sollte einen Höchstabstand von 0,8 cm nicht überschreiten.
Gehege

Farbmäuse wollen sich in verschiedenen Ebenen des Geheges aufhalten und auch dort ihre Nester bauen. Die Einzeltiere bzw. Gruppen müssen sich aus dem Weg gehenkönnen, was nicht möglich ist, wenn der Käfig zu klein ist.
Ab 30 cm Gehegehöhe müssen Etagen eingebaut werden. Diese sind so zu konstruieren, dass die Tiere nicht tiefer als 35 cm fallen.

Ernährung

Für die Gesunderhaltung der Mäuse ist es wichtig, dass sie artgerecht und abwechslungreich mit Getreide, Samen, Gemüse, Kräutern, Obst, Zweigen und tierischem Eiweiss ernährt werden.
Lekereien, wie man im Fachhandel leider sehen kann sind keine gesunde Ernährung, da diese zu viel Zucker enthalten und die Tiere dick werden.

Trockenfutter

Mäuse ernähren sich haupsächlich von Trockenfutter-Getreide und Samen-. Man rechnet etwa 1 Teelöffel einer Körnermischung pro Tier und Tag.
In einem guten Körnerfutter sind folgende Bestandteile erhalten:
Haferflocken, Weizenkörner, Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, verschiedene Gras- und Kräutersamen, grüner Hafer, Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, Trockengemüse und Trockenkräuter.
Folgendes kann man auch füttern:
Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere.
Ein gesundes Mäusefutter kann man wie folgt herstellen:
300 g handelsübliches Maus- oder Hamsterfutter. Mit wenig Nüssen -zu Fett-. Dazu werden 100 g ungezuckertes Früchtemüsli, 100 g Trockengemüse, 200 g Vogelfutter -Wellensittichfutter ohne Mohn und Reis- , 50 g Vogelweichfutter, 100 g 6 Korn Getreidemischung, 150g Kleinsämereienmischung, 50 g Kräutermischung, 50 g Erbsenflocken, Johannisbrot, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse und Walnüsse gemischt.
Damit es den Tieren nicht zu langweilig wird und sie Beschäftigung haben sollte man das Futter nicht nur in die Näpfe geben sondern auch teilweise im Gehege verstreuen, an die Decke hängen oder anderweitig verstecken-Taschentuch,Papier,Papröhre-.

Graswiese

Man kann eine Graswiese aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras, Dill und Petersilie sähen. Bitte mit ungedüngter Blumenerde. Wenn diese gross ist kann man sie in den Mäusekäfig stellen-zum fressen und spielen-.

Frischfutter

Frischfutter ist nur in kleinen Mengen zu füttern, damit es schnell verzehrt wird. Manche Farbmäuse lieben Frischfutter, manche rühren es nicht an; man sollte es ausprobieren.
Geeignet sind: Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais, Tomaten -ohne Grün, giftig-, Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, rote Beete, Zucchini, Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat, Mangold und Bio Kopfsalat.
Äpfel, Bananen, Weintrauben ohne Kern, Orangen, Birnen, Kiwi, Melonen, Erdbeeren, Johannisbeeren; Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren.
Von den Früchten nur sehr wenig verfüttern, da dies sonst zu Durchfall führt. Kräuter, Blätter und Blüten aufgrund der Belastung nicht vom Strassenrand pflücken.
Unverträglich sind für Mäuse:
Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Klee, die meisten Kohlarten, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse, Porree, Knoblauch und Zwiebeln.
Giftig sind:
Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüsser Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schlierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse, Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Tierische Nahrung

Mäuse sind keine reinen Vegetarier, und man kann ihnen ab und zu auch etwas tierische Nahrung geben. Hier sind Mehlwürmer -2 bis 3 pro Woche-, zu nennen. Auch Magerquark und Fruchtjoghurt, fettarmer milder Käse sowie hin und wieder ein hart gekochtes Ei können in kleinen Mengen gegeben werden.

Zahnpflege

Damit die Mäuse als Nagetiere ihre Schneidezähne gut abnutzen können, sollten ihnen immer frische Zweige zum Benagen zur Verfügung gestellt werden. Kein Brot geben.

Wasser

Den Tieren muss ständig frisches Wasser in ausreichender Menge angeboten werden. Dieses ist jeden Tag auszutauschen. Wasserschalen sind mehr zu empfehlen, da diese mehr dem natürlichen Trinken der Tiere gerecht wird als Flaschen. Flaschen verkeimen schneller und geben oft zu wenig Flüssigkeit.

Sonstiges

Salzlecksteine sind überflüssig und können sogar gefährlich sein, denn ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter -Kräuter- und benötigt keine billigen Kochsalze. Wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, und starke Nierenprobleme können auftreten.
Kalksteine bestehen zum grössten Teil aus Kalzium. Nagen die Farbmäuse zu sehr daran, führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann.
Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei artgerecht ernährten und gesunden Mäusen nicht nötig, kann sie sogar überversorgen und krank machen.