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Verhalten bei Schlangenbisse

Sehr wichtig ist es darauf zu achten, ob es sich bei dem Biss um einen Angriffbiss (Jagdbiss) oder einen Verteidigungsbiss gehandelt hat. Das gilt für den Biss aller Giftschlangen. Bei einem Verteidigungsbiss muss nicht zwangsläufig auch Gift injiziert worden sein. Beim Jagdbiss dagegen ist damit zu rechen, dass eine größere Menge Gift injiziert wurde. Erste Hilfe ist dann sehr wichtig.

Verhalten

Nach einem Schlangenbiss sollte man sich unbedingt folgenermassen verhalten:
-Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert.
-die gebissene Extremität ruhig stellen, den gebissenen Arm in eine Schlinge legen bzw. das Bein möglichst schienen.
-sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werden.
-die Schlange identifizieren.
-darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. an der Bissstelle oder, bei neurotoxischen Vergiftungen, Lähmungen oder auch eine Augenstarre.
-die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser, Säften u.ä. und nicht als Alkohol, Cola oder Kaffee.
-alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt.
-das Aussaugen, Ausschneiden oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiesen.
-auch das Kühlen mit Eis hat sich als wirkungslos und teilweise sogar schädlich erwiesen. Durch starkes Kühlen können sich bildende Gewebsknoten verstärkt werden und es kann zu Durchblutungsstörungen kommen.

Verlauf

Bei fast allen Giftschlangen lassen sich im Prinzip die 3 folgenden Vergiftungsstufen beobachten. Welche Art der Vergiftung im Einzelfall auftritt, hängt u.a. vom dem Alter des Gebissenen (Kind), dem Allgemeinzustand und natürlich davon, wohin die Schlange gebissen hat und in welchem Zustand sie sich befand:
Leichtere Vergiftung: Sehr schnell kommt es zu einem extem heftigen Schmerz, in der Umgebung der Bissstelle treten Schwellungen auf, evtl. ein kleineres Ödem, Übelkeit meist mit Erbrechen, eine erhöhte Herzfrequenz (Herzklopfen).
Mittelschwere Vergiftung: die Schwellung breitet sich aus, Ödembildung, Entzündung der Lymphbahnen mit Verknotung und Rötung (Lymphangitis), Erbrechen, Durchfall, krampfartige Schmerzen im Bauchbereich, starke Blässe sowie ein erniedrigter Blutdruck.
Schwere Vergiftung: starke, sich über die gebissene Extremität hinweg ausbreitende Schwellungen, wiederholtes Auftreten von (Kreislauf) Schockzuständen, bläuliche Hautverfärbung, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusslosigkeit, evtl. Koma.

Verschiedene Gifte und Gegengifte

Aspisviper ist nicht so sehr giftig, aber giftiger als die Kreuzotter. Auf jeden Fall sollte nach einem Biss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Jede körperliche Anstrengung nach einem Biss ist unbedingt zu vermeiden. Am Besten legt man sich auf den Boden und wartet auf Hilfe. Ein Arzt sollte auf keinen Fall selber zu Fuß aufgesucht werden. Es kommt daher ein Transport per Kfz in Frage.

Einige Kobra Arten verspritzen ihr Gift, bis zu einer Entfernung von 3 Metern, recht zielgenau in die Augen des vermeintlichen Angreifers. Damit keine Schäden zurückbleiben sollten Sie die Augen sofort mit viel Wasser ausspülen. Diese Kobras spucken ihr Gift nicht nur, sondern beißen natürlich auch noch mit der Giftigkeit aller anderen Kobras.

Gegenserum

Die Gabe eines Antiserums ist stets mit der Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock verbunden. Daher ist dessen Anwendung stets im Einzelfall genau abzuwägen und sollte nur durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. Bei allen europäischen und auch sonstigen Giftschlangen gilt dabei die Regel, dass ein Antiserum nur in schweren Vergiftungsfällen mit den entsprechenden Symptomen angewendet werden soll. In der Regel reicht eine symptomatische Therapie, evtl. verbunden mit einer Intensivüberwachung und Betreung aus.

Mehr Zeit durch Hämorrhoidensalbe

Neuste Forschungsergebnisse zeigen, dass beim Auftragen und Einreiben einer Hämorrhoidensalbe (Rectogesic®)sich das Gift langsamer im Körper ausbreitet.
Glyceryltrinitrat der Salbe setzt Stickstoffmonoxid frei, das den Pumpmechanismus des lymphatischen Systems hemmt. Über die Lymphe verbreiten sich die relativ großen Schlangentoxine im Körper.
In Versuchen an Ratten, die Gift der australischen Östlichen Braunschlange (Pseudonaja textilis) injiziert bekamen, zeigten die Forscher, dass die Transportdauer der Lymphe mit der Salbe um 6 Minuten verlangsamt wurde, und ein Atemstillstand durch das Gift 31 Minuten später eintrat.